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Teil 16

Grundlagen des Lernens

Edith Kirchberger

Die moderne Gehirnforschung bestätigt uns, dass Lebewesen am besten lernen:

a) wenn Spaß dabei ist,
b) Belohnungen eingebunden werden,
c) es möglichst stressfrei abläuft.

Leider glauben die wenigsten Hundehalter, welch große
Kraft in konsequenter, positiver Verstärkung steckt.

Ich kenne persönlich nur wenige Leute, die ihre Hunde konsequent positiv verstärken und auf unangenehme Einwirkungen (auch Schimpfen!) gänzlich verzichten. Dieserart behandelte Hunde bauen jedoch eine besonders vertrauensvolle Beziehung zu ihren Menschen auf und dadurch wird gemeinsames Training auf eine ganz andere Basis gestellt.
Die richtige Erziehungsmethode ist immer auf den Grundlagen der positiven Verstärkung aufgebaut und hat nichts mit Dressur und Druck zu tun.
Positive Verstärkung wirkt immer!
Die Behauptung, einen zuverlässigen Gehorsam könne man nur über den Einsatz von Starkzwangmethoden und Strafreizen erreichen, ist ganz einfach falsch und fachlich inkompetent. Viele Trainer wissen einfach nicht, wie sie es anders machen könnten.

„Wegbewegen vom Unangenehmen und hinbewegen auf Angenehmes“ nannte schon Siegmund Freud das „Glücksprinzip“.

Es gibt zwei Möglichkeiten einen Hund auszubilden

1.) Unser Weg – mit positiver Bestärkung:

Er befolgt Signale, weil ihn dann etwas Positives erwartet: Lob, Aufmerksamkeit, (Click+) Leckerli, Spiel, Sozialkontakt, von der Leine kommen oder andere positive Verstärkungen. Er wird für sein gutes Verhalten belohnt.

2.) Veraltete Trainingsmethoden – über Strafe:

Hier muss die Strafe den Hund ausreichend demotivieren. Er befolgt Signale, um Unangenehmes zu vermeiden: Druck, Gewalt, Starkzwangmittel wie Gas, Strom, Stachelhalsband oder Schlagen (beides gesetzlich verboten). Derartige Strafmassnahmen müssten so stark ausfallen, dass der Hund das Verhalten
unterbricht und es als negativ verknüpft.

Rein biologisch gesehen sucht jedes Lebewesen seinen Vorteil! Mit diesem Wissen haben wir Einfluss auf das Verhalten des Hundes. Ob wir uns für eine positive Motivation bei der Erziehung unseres Hundes entscheiden oder mit Meidemotivation arbeiten, hat nicht nur mit unserem Wissen zu tun, sondern auch mit unserer Einstellung und unserem Respekt vor einem anderen Lebewesen.

Vorsicht bei der Anwendung von Strafen, denn der Hund könnte diese mit einem anderem Hund oder Kind verbinden, wenn diese gerade anwesend sind.

Die Folgen können physische und psychische Beeinträchtigungen sein. Solch ausgebildete Hunde können unberechenbar werden, da immer die Möglichkeit besteht, dass der Hund die Strafe nicht mit dem unerwünschten Verhalten verbindet, sondern mit einer bestimmten Person oder Situation.

Wir sind den Hunden überlegen und sie sind uns hilflos ausgeliefert;
wir können:
· sie als Sklaven missbrauchen, sie müssen alles machen was wir wollen oder
· ein freundschaftliches, vertrauensvolles Verhältnis aufbauen, sie kooperieren aus reiner Freude und Spaß - und das ganze freiwillig!

Falls es Sie interessiert, ich habe mich für b) entschieden und Sie?

Trainieren wir ein Tier einer uns nicht besonders gut vertrauten Tierart, wie zB ein Huhn, so entsteht Offenheit und Bereitschaft, sich auf dieses Individuum einzulassen. Wir fragen uns, was dieses Tier mag und was nicht. Wie es sich natürlich verhält? Was es lernen kann? Wie man es belohnen könnte? Bei Hunden stellen wir uns diese Fragen oft nicht mehr!

Wenn wir Hunde trainieren, gehen wir davon aus, sie zu kennen. Sind wir uns nicht sicher, weshalb ein Hund etwas tut, wollen wir sofort eine Antwort darauf. Doch wir sind nun mal keine Hunde und werden uns nie jede Handlung eines Hundes erklären können. Es ist wichtig, den Respekt wiederzugewinnen, den wir bei uns unbekannten Tieren noch eher verspüren.

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